Sonntag, 25. September 2016

Wochenendglück


                                                                                                                Strand in Schillig

Es ist Zeit zum bewussten Genießen.
Die Spätsommersonne schenkt uns unerwartetes Wochenendglück.
Und meine langjährige liebe Freundin hat Zeit für ein Treffen.




                                                            Die Sonne weckt uns.




Angesichts des wunderschön warmen, sonnigen Tages entscheiden wir uns nach einem Flohmarktbesuch für einen Besuch des nahen Südstrandes in Wilhelmshaven.




Herrlich. Die warme Sonne auf der Haut, leichter Wind streicht durchs Haar, über die Haut, um die Hände, der Wind schickt uns den Duft des Meeres, von Schlick und Salz in die Nase.
Wir setzen uns, schweigen, genießen mit geschlossenen Augen diese Geschenke und tanken so ganz bewusst auf.   Und freuen uns über dieses Glück, was wir gemeinsam genießen dürfen.







Heute bin ich wieder zu Hause und freue mich weiter...
Ich wünsche euch einen schönen Sonntag und Zeit zum bewussten Genießen.








Sonntag, 18. September 2016

Sommer-Finale in Amsterdam

..........  Aus gegebenem Anlass muss ich mal meine Oslo-Serie unterbrechen  ...........

Es fühlt sich manchmal ungerecht an, dass der Vater der Kinder und Ex-Mann mit seiner Freizeit machen kann, was er will, weil ich ja die Verantwortung für den gemeinsamen Nachwuchs trage.

Sind die Kinder dann mal gleichzeitig auf Klassenreise bzw. im Urlaub, dann muss man die Zeit nutzen.

Erst recht, wenn sie auf den eigenen Geburtstag fällt...

Und die beste Freundin auch gerade frei hat...

Also auf nach Amsterdam !
Im letzten Jahr war ich das erste Mal dort, diesmal haben wir übernachtet und hatten die leuchtenden, warmen Sommerabende mitgebucht.










Nachdem wir uns kurz im Hotel frischgemacht hatten, nutzten wir den Abend für einen ersten Grachtenspaziergang. 



Die beleuchteten Brücken habe ich beim ersten Besuch im letzten Jahr nicht sehen können.
Die Abende in Amsterdam sind wunderschön gewesen, es war noch sehr warm, tausende Menschen waren unterwegs, fuhren mit den Booten, ließen an den Kanälen die Beine über dem Wasser baumeln oder picknickten auf dem Rembrandt-Platz (oder saßen in den Coffee-Shops  oder schlenderten durch den Red-Light-District - dies der Vollständigkeit halber!!).



Da die Boote bis spätabends fahren, ist eine Beleuchtung der Durchfahrten durchaus von Vorteil.







Am Rembrandt-Platz




Ausgeschlafen machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg in die Innenstadt.  Im Hinterkopf hatte ich den Plan, eine der versteckten Kirchen zu besuchen: "Unser Lieber Herr auf dem Dachboden" heißt diese Kirche aus dem 17.Jahrhundert. Gebaut zu einer Zeit auf dem Dachboden einer Grachtenvilla, als das Praktizieren des katholischen Glaubens hier verboten war.
Ich werde noch näher darüber berichten.




Blick vom Dachboden auf Amsterdam.







In der heißen Mittagszeit genossen wir die Grachtenfahrt in einem offenen Boot, mit etwas Fahrtwind...




    und mit Schatten unter den Brücken...




Eine der ältesten Zugbrücken in Amsterdam:






Hinterm Bahnhof, im Hafen zur Nordsee, die neueste Attraktion Amsterdams: A'dam Lookout.
Ein Aussichtsturm mit 360 ° Panoramablick und mit Europas höchster Schaukel (nix für mich).







                                                 Konkurrenz zu Eau de Cologne?



Der Tag geht mit einem weiteren ausgedehnten Spaziergang durch das abendliche Amsterdam zu Ende. Meine Augen können sich kaum sattsehen...




Das "Nemo", das größte Wissenschaftszentrum der Niederlande, gebaut vom italienischen Architekten Renzo Piano. Das letzte Mal habe ich es vom Schiff aus bewundert, diesmal haben wir uns zu Fuß angenähert, es umrundet und sind dann auf seinem Rücken  hinaufgeklettert:




Von der großen Sonnenterrasse aus kann man wunderbar auf die Stadt und den Hafen schauen.



Das Konservatorium und die anschließenden Gebäude erinnern mich an das neue Hafenviertel in Oslo, oder an die Hafen-City in Hamburg.

Es waren wunderbare Tage in Amsterdam mit meiner Freundin. Und es gibt immer wieder vieles Neues zu entdecken.


Ich wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche!




Dienstag, 6. September 2016

Oslo #4 - Nationalgalerie


Städtereisen sind für mich Abenteuer. 

Das war nicht unbedingt das, was wir gemacht haben, als ich noch verheiratet war und unsere Kinder kleiner waren. Ist ja klar. Da ging es fast ausschließlich in Richtung Ost- oder Nordsee, wenn es überhaupt möglich war, Urlaub zu machen. 

Dann kam während der Trennung eine Zeit des Rückzuges, der Unsicherheit.
Nun kommt sie aber wieder, die Lust am Entdecken. Und obwohl ich noch nicht soo lange allein mit den Jungs lebe, haben wir schon eine Menge interessante Sachen gesehen.

Unter anderem ist es uns jedesmal ein Bedürfnis, eine Kunstausstellung/Galerie anzuschauen.

In Oslo herrscht kein Mangel daran. Edvard Munch zum Beispiel hat hier ein "eigenes" Museum.




Edvard Munch "Der Schrei"

Wir wählten die Nationalgalerie.




Schon zu Beginn der Öffnungszeiten und eigentlich immer, wenn wir auf dem Weg zum Hotel vorbeikamen: lange Schlangen vor dem Museum.




Im Treppenhaus sieht man schon, dass wir hier in der Heimat mutiger Seefahrer, in Norwegen, sind.



Ganz ehrlich - ich habe nicht überall geschaut, wer das Bild gemalt hat, manches erkennt man so,
bei anderen Werken war ich schlicht von der Ausstrahlung oder vom Motiv fasziniert.




Im Eingangsbereich begegnet man den "Lehrmeistern" der norwegischen Malern aus der Dresdener Schule. Lucas Cranach (oben) ,  Jan van Kessel :




Knut Bade, "Szene aus der Akademie in Kopenhagen":



Ein paar französische Künstler sind vertreten:

Auguste Renoir, "Nach dem Bade" :




Besonders toll fand ich auch das Atelier, in dem jedermann die in der Mitte stehende Skulptur zeichnen durfte:




Claude Monet, "Frühling an der Seine" :




Und hier kommen die "typischen" Norweger, die meisten Werke wurden Ende der 1880er  Jahre bis 1905  geschaffen.
Erik Werenskiold, "September"




Halfdan Egedius, "Mari Clasen" :





Harald Sohlberg:  "Straßenansicht Roros"




Und auch von Sohlberg: "Winternacht in Rondane".    Magisch.













Ein typisch norwegisches Motiv, eine Fjordlandschaft im Frühling.




Und neben Sohlberg einer meiner Favoriten:

Jens Ferdinand Willumsen: "Nach dem Sturm" , 1905



Ich fand es im Nachhinein eine kluge Entscheidung, mich nicht nur auf Munch zu konzentrieren.

Die anderen norwegischen Maler haben mich sehr fasziniert mit ihrem Spiel mit dem Licht.
Helligkeit ist hier ein hohes Gut.
Im Sommer kein Problem in Norwegen, da bleibt es nicht lange dunkel.
Aber im Winter, da wird es kaum hell, manchmal nur 4 Stunden am Tag.







Freitag, 2. September 2016

Oslo #3 - Fram Museum


Den Abschluss der Stadtrundfahrt in Oslo, die für die Passagiere des Schiffes angeboten wurde, bildet ein Besuch auf der ländlichen Halbinsel Bygdøy. Der Bus fährt vorbei am königlichen Bauernhof, dann an der Sommerresidenz des norwegischen Königshauses, wo gerade Wachablösung war, an schönen Häusern im norwegischen Stil. Weiss, mit Holz verkleidet, manchmal geschnitzte Giebel in Drachenform.
Überhaupt, die Architektur hier: reicht von schön gepflegt traditionell bis zu sehr modern, reduziert, gebaut mit natürlichen Baustoffen. Gefällt mir sehr gut.  Davon werde ich noch einiges zeigen.

Auf der Halbinsel Bygdøy liegen 3 sehr spannende Museen, die den Entdeckergeist der Norweger in verschiedene Himmelsrichtungen, in Eis und sogar in polynesische Gefilde, widerspiegelt.
Zu dieser Führung hier gehört der Besuch im Fram-Museum. Das norwegische Museum des Jahres 2016.





Die Fram (norwegisch für vorwärts) ist ein 1892 fertiggestelltes Schiff, das norwegische Polarforscher in den Jahren 1893–1912 nutzten. Die Fram war dafür gebaut worden, im Packeis driften zu können, ohne unter dem enormen Druck des Eises Schaden zu nehmen. Gleichzeitig war das Schiff wegen der niedrigen Temperaturen in den Polarregionen gut wärmegedämmt.
Die Initiative zum Bau ging von Fridtjof Nansen aus; er gab Colin Archer, dem renommierten norwegischen Schiffskonstrukteur aus Larvik, 1890 den Auftrag, die Fram zu bauen.
Kein Holzschiff fuhr jemals – weder im Süden noch im Norden – auf höheren Breitengraden als die Fram. Die Fram war bis 1914 für Expeditionen unterwegs und wurde 1935 angelandet. Das Schiff wird heute, mit den Aufbauten von 1902, im Frammuseum in Oslo ausgestellt. (Quelle: Wikipedia)



Das Schiff ist begehbar. Besonders spannend fühlt sich das an, wenn die alle 20 min laufende  Lichtshow anfängt, die die Polarlichter simuliert.



Um das Schiff herum gibt es spannende polarhistorische Ausstellungsstücke von den berühmten Polarexpeditionen von Fridtjof Nansen (1893-1896), Otto Sverdrup (1898 - 1902) und Roald Amundsen (1910 - 1912). 




Im Polarsimulator, einer kleinen , im wahrsten Sinne des Wortes unterkühlten Ausstellung, kann man nachfühlen, wie es ist, wenn das Schiff im Polareis festfriert...




Gruselig....viele der Polarexpeditionen damals endeten unglücklich.




                                                                    Polarlichter:




In einem neu angebauten Zweig des Museums sieht man die Gjøa.

Roald Amundsen bewältigte mit ihr, 6 Männern und in 3 Jahren  die Nordwestpassage (1903-1906).




Die Gjøa war ursprünglich ein Fischhandelsschiff, bevor sie für wissenschaftliche Zwecke umgerüstet wurde. Erstaunlich, dass beide Schiffe so gut restauriert hautnah zu erleben sind.



Da mussten sicher einige Robben ihr Leben lassen. Essen mussten die Forscher aber sicher auch:





                             Ein kunstvoller Wandteppich mit Motiven aus der Fischerei:





So, jetzt hat es unsere deutsche Stadtführerin eilig, denn das Schiff wird pünktlich ablegen und so einige Teilnehmer der Stadtrundfahrt werden nach dem 4 -stündigen Aufenthalt wieder zurück nach Kiel reisen.

Wir Glücklichen und auch noch ein paar Andere werden nun als Service der Schifffahrtslinie in ihre Hotels gebracht.


Fortsetzung folgt ...