Sonntag, 12. Juli 2020

12tel-Blick Juni 2020 - 11 Tage später



      Hurra, ich bin wieder ein freier Mensch! Ich habe mich nicht bei meinem Nachbarn angesteckt.
      Wunderbar, dass ich mich wieder draußen bewegen darf.



Ich reiche hiermit einen verspäteten Blick auf mein Fotoobjekt nach. Die Natur sprießt, die Wolken spiegeln sich in ihrer ganzen Vielfalt im Wasser.





       Der Park gegenüber grünt, die letzten Tage gab es relativ viel und oft Regen. Welch ein Glück.


       "Mein" Eichhörnchen kommt schon ziemlich nahe, hält inne und schielt auf die kleinen Haselnüsse, die ich für ihn auf die Wiese gelegt habe.



Und dann nichts wie weg!



Ich verlinke zu Eva's Sammlung aller 12tel Blicke



Sonntag, 5. Juli 2020

Statt 12tel-Blick Juni 2020



Manchmal kommt es anders.

Wir freuten uns auf frische Seeluft, Wind und Lummen.

Ein paar Tage vor Abreise gab es diese unsägliche Corona-Sache mit Tönnies im Nachbarkreis und einen Tag später auch den Lockdown in unserem Kreis.

Täglich änderten sich die Reisevorschriften, erst galt ein generelles Beherbergungsverbot in Schleswig -Holstein, später war ein höchstens 48 Stunden alter, negativer C-Test ausreichend,  um ans Meer zu fahren, in jedem Bundesland war/ist die Situation anders.

Am schlimmsten fühlte sich das Ausgestoßensein an. Autos mit bestimmten Kennzeichen wurden zerkratzt, Menschen aus einem bestimmten Verwaltungsgebiet unter Generalverdacht gestellt.

Wir mussten unsere Reise stornieren. Dem Streß brauchten wir uns nicht aussetzen.
Aber es ist schade, wirklich. Wir hatten uns so gefreut.



Unser kleiner Reihenhausgarten ist auch schön und sicher haben wir interessante Ausflugsziele in der Umgebung. Wir machten Pläne.



Es war noch nicht einmal ein halber Urlaubstag vergangen, da zogen dunkle Wolken auf.
Es klingelte und eine Nachbarin stand , als ich die Tür öffnete, sehr weit weg von mir.  Sie müsse ab sofort  Abstand halten - weil ihr Mann positiv getestet sei. 
Blöderweise stand er kürzlich direkt vor meiner Tür, um etwas mitzuteilen.  
 Abstandhalten war leider bisher nicht in seinem Verhalten verwurzelt. So schnell kann man manchmal  auch nicht ausweichen, wie einem die ungewollte Nähe zugemutet wird.

Keine 10 Minuten später rief das Gesundheitsamt bei mir an und teilte mir mit, dass ich als Kontaktperson eines nachweislich Infizierten ab sofort 14 Tage in Quarantäne sei. Mein Sohn, der mit mir im selben Haushalt lebt, nicht, da er keinen Kontakt mit dem Infizierten gehabt hätte.




Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich registriert hatte, dass das keine "versteckte Kamera" ist und ich mich auch nicht im falschen Film befinde... der Albtraum ist Realität. Und ich bin Hochrisikopatientin. Deshalb war ich bis jetzt immer sehr vorsichtig und habe meine Kontakte auf das Minimalste beschränkt, Abstand gehalten, mich mit Maske geschützt usw.
Ich fuhr auf Anweisung am nächsten Morgen zum Abstrich in den Nachbarort. Eine Teststelle nur für Kontaktpersonen.



    Ich habe umgehend alle meine Schutzengel aktiviert. Den mittleren werden einige von euch vielleicht erkennen, den hab ich mal bei  Maike Töpperwien gekauft.  Schutzengel kann man immer gebrauchen.



12tel-Blick? Leider nicht vor dem 11.07.20 möglich.

Beim Verlassen des Hauses ohne ausdrückliche Genehmigung des Gesundheitsamtes drohen mir 25.000 Euro Geldstrafe, Unterbringung in der geschlossenen Anstalt, oder 2 Jahre Haft. Also nur in den Garten gehen und Stieglitze gucken. Was heißt nur.  Der Vogel ist wunderhübsch, ein Eichhörnchen und ein Rotkehlchen kommen neben Tauben und Spatzen auch.  



Mein "Meer" ist jetzt im Garten, mit dem Lummenfelsen versteckt im Schilf links....




     Hortensien und Salbei blühen, ein kühles Lüftchen weht,




Lavendel und vor allem der Liebesperlenstrauch locken Bienen und Hummeln an... es summt und brummt.




                   Ein Ableger der Seerose  hat Drillinge....




               Mein neuer großer Salbei, rechts daneben eine kleinere Art... ist noch gar nicht eingepflanzt.




Lavendelernte.


Ich habe also den Test am Dienstag gemacht und am Freitag endlich die erlösende Nachricht erhalten: negativ!

Trotz allem dauert die Quarantäne weiter an, da die maximale Inkubationszeit 14 Tage beträgt.
Die netten "Murmeltiere" vom Gesundheitsamt rufen mich jeden Tag an und erkundigen sich nach eventuellen Symptomen. Ich hoffe, ich bekomme auch keine Symptome mehr. 

Ich hab' so Wut auf Leute, die keinen Abstand halten und die sich dann, wenn sie eindeutige Symptome haben, weil es so praktisch ist,  in die lange Schlange einer Teststelle einreihen, die nur für Leute gedacht ist, die in den Urlaub fahren wollen.

Ich bin in dieser Woche durch die Hölle gegangen. Ich konnte nicht schlafen, hatte eine 
ungeheuere Wut und Angst. 

Außerdem stellte sich heraus, dass Menschen, die als Kontaktpersonen in Quarantäne sind und gerade Urlaub haben, nicht über das Infektionsschutzgesetz abgedeckt sind. Es ist ein normales Lebensrisiko, wenn man seinen Urlaub nicht so gestalten kann, wie man es vorhatte. Pech.

Mir gehen also 
mehrere Urlaubstage verloren, die ich in Streß zu Hause verbringen musste. Mein Arbeitgeber ist wirklich nett gewesen und hat mir nach 3 Tagen angeboten, meinen Urlaub abzubrechen und ins Homeoffice zu gehen. 

Über allem steht aber, dass ich und wir alle gesund bleiben.  Das ist das Wichtigste. Deshalb ist es für mich keine Frage, dass Abstand und Maskenpflicht beibehalten werden.

Der 12tel Blick wird nachgeholt.



Verlinkung zu Eva Fuchs



Samstag, 30. Mai 2020

12tel-Blick im Mai 2020





Wieder am Ende des Monats vom selben Standort fotografiert. So könnte es bleiben, gefällt mir richtig gut.




 Nebenan, im Kurpark, ist endlich auch die Bepflanzung des Beetes fertig und es sieht vielversprechend aus.




Im Gewässer weniger, da sammelt sich schon einiges...




Da ich heute nach einem Facharztbesuch, einkaufen für Pfingsten usw., eh nicht mehr viel Zeit habe,
betrachte ich lieber meinen eigenen Miniteich im Garten - zwei Blüten meiner kleinen Seerose auf einmal hatte ich bisher noch nicht.




"Mein" kleiner Freund besucht mich, wie jeden Tag, und ich freue mich außerdem über das neue Werk von Reinhard Mey, gerade noch im Mai erschienen. Wien ist auch ein Thema darauf....
Fein.




Ich als Risikopatientin bleibe natürlich über Pfingsten zu Hause und wünsche Euch eine schöne Zeit!


Ich verlinke wie immer zu Eva Fuchs ins schöne Nachbarland.








Samstag, 9. Mai 2020

12tel-Blick April 2020 und was sonst so passiert


Vergangenen Sonntag, vormittags. Wie ein Aufatmen, draußen in der Natur, ohne Maske, unbemasketeten Menschen beim Spazieren begegnen, Ausweichen nicht nötig, alle vernünftig.





Die Graugansfamilile geht spazieren und begeistert viele junge Eltern mit ihren kleinen Kindern, die auch unterwegs sind.







Auf der kleinen Insel im See brütet ein Schwan in seinem Nest.




    Der andere zukünftige Elternteil durchschwimmt elegant die anliegenden Gewässer.














Die Nutria vom letzten Besuch sind abgetaucht. Ich wechsle die Straßenseite in Richtung Datteln-Hamm-Kanal und parallel fließender Lippe.










 Vereine dürfen noch nicht wieder trainieren, aber dieser Mensch paddelt sicher privat.




Schön, da draußen. So ruhig und friedlich.







Drinnen auch, da werden Masken genäht, da wird gelesen, gekocht, gebacken und Hausarbeit gemacht.



Obwohl ich ein gesundheitliches Risiko habe (siehe letztes Jahr), mache ich im Moment meine Arbeit in der Agentur weiter. Kontakt mit Kunden besteht nicht. Meine wenigen Kollegen halten Abstand.
Nach der langen Zeit der Krankheit bin ich froh über diese relative Normalität, zur Arbeit fahren zu können, die Sonnenaufgänge morgens zu sehen und mit den Kollegen alles besprechen zu können, was wir in unserem Job nun zusätzlich machen. Wir arbeiten für unsere Kunden an einer Hotline, beraten, helfen und lösen Probleme. Sehr friedlich und mit dem Gefühl, etwas für Menschen in Not tun zu können, ein realer Ansprechpartner zu sein und zuhören zu können. Ich erlebe viel Dankbarkeit.



Überraschungspost aus Wilhelmshaven.
Eine sehr liebe Freundin, 81, hat mir eine Tasche genäht.
Der weiße Stoff war ursprünglich Teil eines mit Lochstickerei verzierten Bettüberwurfs meiner Großeltern, die schon vor mehr als 30 Jahre gestorben sind.
Ich hatte ihn meiner Freundin überlassen, damit sie sich davon einen Vorhang für ihr Badezimmer nähen konnte.
Der Rest kehrt nun zu mir zurück, genäht von ihr.
Ich kann gar nicht sagen, wie mich das berührt hat. Als würde sich ein Kreis schließen.




Nach wie vor habe ich große Freude an den Besuchen "meines" flinken kleinen Eichhörnchens im Garten, das öfter mal zum Frühstücken kommt.






Auch bei der Arbeit passiert momentan einiges - bei der Brutpflege. Nachdem der Nestbau bzw. das Brüten auf einer Lampe letztes Jahr fehlgeschlagen war (die Eier waren schon gelegt), hat man sich entschlossen, das Nest in der äußersten Ecke unseres Fluchtweges zu bauen.




Da liegt schon was drin.... wir sind gespannt, wie sich das weiterentwickelt.



Fazit: Ich bin zufrieden. Die gesundheitliche Situation ist besser als im letzten Jahr, als ich gerade um diese Zeit meine Diagnose erhalten hatte und die Behandlung begann. Meine Kinder sind groß, kriegen Berufsschule und Studium online selbst hin, ich habe Platz, kann arbeiten, draußen blüht und grünt es... eine privilegierte Situation, um die Krise zu überstehen.

Euch wünsche ich auch alles Gute, bleibt gesund !

Ich verlinke wie immer zu Eva Fuchs, die freundlicherweise alle monatlichen Blicke auf dasselbe Objekt sammelt. Vielen Dank!







Dienstag, 31. März 2020

12tel-Blick im März 2020

Ein Fotoprojekt, 12 mal im Jahr, selber Standort, selbes Motiv.



Das Kanalwasser sieht heute viel grüner, vermischt mit Himmelblau aus.


Vormals war das rechts hier die Lieblingsgaststätte meines Sohnes, ein Chinese mit Büfett , leider jetzt in anderer Hand. Noch nicht getestet. Aber im Moment ist es eh geschlossen.


Der Kurpark gegenüber lockt mich heute an, ich habe gerade Urlaub und das dringende Bedürfnis, mich draußen zu bewegen.



Das Wetter ist schön, die wenigen Spaziergänger halten Abstand.




Die Weiden sind schon erstaunlich grün.









Wer schwimmt denn da?



Manche Menschen können nicht lesen, auf dem Schild 2 m links steht ausdrücklich, man dürfe die Nutrias nicht füttern...



Die freuen sich natürlich erst recht und verdrücken die Möhren- und Kartoffelschalen mit viel zu wenig Abstand zueinander...















Das war 'ne gute Idee und ich habe wie immer etwas unvermutetes gesehen...

Kommt gut durch die schwierigen Zeiten und bleibt gesund!

Ich verlinke wie immer zu Eva Fuchs