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Samstag, 10. Dezember 2016

Magic Ice Bar in Oslo



Oslo ist heute Schauplatz der Verleihung des Friedensnobelpreises an Juan Manuel Santos, den kolumbianischen Präsidenten, dessen unermüdliche Bemühungen um Beendigung der mehr als 50 Jahre dauernden blutigen Konflikte im Land gewürdigt werden sollen. "Durchhalten, Durchhalten, Durchhalten" sei das Mantra des kolumbianischen Präsidenten.

Santos hat zur Verleihung nach Oslo einige Opfer dieses Bürgerkrieges eingeladen, u.a. die frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt, die von Farc-Rebellen entführt und später vom Militär befreit wurde sowie die Verhandlungsführer der Friedensgespräche.

Der Friedensnobelpreis ist der einzige Nobelpreis, der in Oslo überreicht wird. Die anderen gibts in Stockholm, in Schweden.

Schade, dass Bob Dylan heute keine Zeit hat, nach Stockholm zu kommen....

Als wir im Sommer Oslo besuchten, haben wir natürlich auch das Nobelpreis-Center am Oslofjord gesehen.




 Und weil wir gerade in Oslo sind und es auch viel kälter als seinerzeit im Sommer ist, zeige ich euch
bei der Gelegenheit die "Magic Ice Bar" in der Kristian IVs gate 12, in Oslo.

Die Magic Ice Bar ist nicht im eigentlichen Sinn eine Bar, eher eine Attraktion, die einem Museumsbesuch mit Drink inclusive ähnelt.

Es ist eisekalt da drin. Deshalb bekommt man gleich am Eingang einen warmen Poncho und dicke Handschuhe.


 Außer uns, meinem Sohn und mir, gab es noch weitere, aber sehr eisige Gäste. Wände, Bänke, Tische und Theke sind auch aus Eis, es gibt wärmende Felle, damit man nicht festfriert .
Hier sitzt der Skulpturenkünstler, der gerade weitere Gäste aus dem Eis meißelt .



    Im hinteren Teil des Raumes steht die eisige Bar. Die Illumination wechselt von einem kalten   Farbton auf den anderen.




Die Getränke bekommt man natürlich auch in eisigen Gläsern serviert. Hier einmal die alkoholhaltige und die alkoholfreie Variante.




Die eisigen Gäste stammen aus dem geschichtlichen und künstlerischen Bereich Norwegens.




                     "Schrei aus dem Eis" oder Entsetzen ob der zu spärlich bekleideten Dame?




                                                                 "Prost!"




                     Es war nett, bei den zurückhaltenden Herren auf dem Fell Platz zu nehmen.




Herzlichen Glückwunsch an Herrn Santos und auch an alle anderen, nimmermüden Kämpfer für den Frieden auf der Welt. "Durchhalten" und weitermachen, nicht aufgeben. Es wird sich lohnen.









Freitag, 2. September 2016

Oslo #3 - Fram Museum


Den Abschluss der Stadtrundfahrt in Oslo, die für die Passagiere des Schiffes angeboten wurde, bildet ein Besuch auf der ländlichen Halbinsel Bygdøy. Der Bus fährt vorbei am königlichen Bauernhof, dann an der Sommerresidenz des norwegischen Königshauses, wo gerade Wachablösung war, an schönen Häusern im norwegischen Stil. Weiss, mit Holz verkleidet, manchmal geschnitzte Giebel in Drachenform.
Überhaupt, die Architektur hier: reicht von schön gepflegt traditionell bis zu sehr modern, reduziert, gebaut mit natürlichen Baustoffen. Gefällt mir sehr gut.  Davon werde ich noch einiges zeigen.

Auf der Halbinsel Bygdøy liegen 3 sehr spannende Museen, die den Entdeckergeist der Norweger in verschiedene Himmelsrichtungen, in Eis und sogar in polynesische Gefilde, widerspiegelt.
Zu dieser Führung hier gehört der Besuch im Fram-Museum. Das norwegische Museum des Jahres 2016.





Die Fram (norwegisch für vorwärts) ist ein 1892 fertiggestelltes Schiff, das norwegische Polarforscher in den Jahren 1893–1912 nutzten. Die Fram war dafür gebaut worden, im Packeis driften zu können, ohne unter dem enormen Druck des Eises Schaden zu nehmen. Gleichzeitig war das Schiff wegen der niedrigen Temperaturen in den Polarregionen gut wärmegedämmt.
Die Initiative zum Bau ging von Fridtjof Nansen aus; er gab Colin Archer, dem renommierten norwegischen Schiffskonstrukteur aus Larvik, 1890 den Auftrag, die Fram zu bauen.
Kein Holzschiff fuhr jemals – weder im Süden noch im Norden – auf höheren Breitengraden als die Fram. Die Fram war bis 1914 für Expeditionen unterwegs und wurde 1935 angelandet. Das Schiff wird heute, mit den Aufbauten von 1902, im Frammuseum in Oslo ausgestellt. (Quelle: Wikipedia)



Das Schiff ist begehbar. Besonders spannend fühlt sich das an, wenn die alle 20 min laufende  Lichtshow anfängt, die die Polarlichter simuliert.



Um das Schiff herum gibt es spannende polarhistorische Ausstellungsstücke von den berühmten Polarexpeditionen von Fridtjof Nansen (1893-1896), Otto Sverdrup (1898 - 1902) und Roald Amundsen (1910 - 1912). 




Im Polarsimulator, einer kleinen , im wahrsten Sinne des Wortes unterkühlten Ausstellung, kann man nachfühlen, wie es ist, wenn das Schiff im Polareis festfriert...




Gruselig....viele der Polarexpeditionen damals endeten unglücklich.




                                                                    Polarlichter:




In einem neu angebauten Zweig des Museums sieht man die Gjøa.

Roald Amundsen bewältigte mit ihr, 6 Männern und in 3 Jahren  die Nordwestpassage (1903-1906).




Die Gjøa war ursprünglich ein Fischhandelsschiff, bevor sie für wissenschaftliche Zwecke umgerüstet wurde. Erstaunlich, dass beide Schiffe so gut restauriert hautnah zu erleben sind.



Da mussten sicher einige Robben ihr Leben lassen. Essen mussten die Forscher aber sicher auch:





                             Ein kunstvoller Wandteppich mit Motiven aus der Fischerei:





So, jetzt hat es unsere deutsche Stadtführerin eilig, denn das Schiff wird pünktlich ablegen und so einige Teilnehmer der Stadtrundfahrt werden nach dem 4 -stündigen Aufenthalt wieder zurück nach Kiel reisen.

Wir Glücklichen und auch noch ein paar Andere werden nun als Service der Schifffahrtslinie in ihre Hotels gebracht.


Fortsetzung folgt ...




Freitag, 26. August 2016

Oslo #2 - Holmenkollen und Vigeland-Skulpturen-Park

Die Schiffsreise von Kiel nach Oslo dauerte genau 20 Stunden und am nächsten Morgen um 10 Uhr, nach einem ausgedehnten Frühstück, kommen wir im Oslofjord an:





Viele Passagiere gehen von Bord. Norweger, die einen Abstecher nach Deutschland gemacht haben,
Urlauber mit ihren PKW's, Passagiere, die die 4 Stunden Aufenthalt für eine Stadtrundfahrt mit oder ohne Königsschloß nutzen wollen oder ein paar wie wir, die länger bleiben.

Wir haben uns auch für eine Stadtrundfahrt entschieden.
Diese war mit einer deutschen Stadtführerin, die seit 10 Jahren in Oslo lebt und als Lehrerin dort arbeitet.
Außerdem gab es den Service, die Mitahrerer mit Koffer hinterher in den jeweiligen Hotels abzuliefern.



Die erste Station war sofort ein Highlight:




Die Holmenkollen-Schanze. Abgerissen und neuerbaut im Jahr 2010. Wer Mut hat, kann an einer Zipline einen Sprung nachempfinden...



Im Vordergrund der Sprungschanze die Biathlon-Arena.




Die Holmenkollen-Kapelle, in der u.a. die Königsfamilie zusammen Weihnachten feiert.




Ein Denkmal für den Polarforscher  Fridtjof Nansen:




Das Holmenkollen-Ski-Museum. Haben wir leider nur von außen gesehen, dafür um so mehr den herrlichen Ausblick genossen.




     Blick von oben auf den Oslofjord.








    Schanzenauslauf, Blick nach unten und nach oben.




Weiter gehts zum Vigeland- Skulpturenpark ( auch Frognerpark). Er liegt im vornehmen
Stadtviertel Frogner.  Gustav Vigeland (1869 - 1943), Bildhauer und Landschafts- Architekt des  Parkes.  Die Vollendung des Projektes, das sich 40 Jahre hinzog, hat er selbst nicht mehr erlebt.




         Ein Monolith aus Granit, der sich samtweich angreift, aus 121 menschlichen Relief - Figuren.




Umgeben ist der Monolith von  beinahe monumentalen Granitgruppen.




Thema seiner Arbeiten im Park ist immer der Kreislauf des Lebens, Menschen in verschiedenen Lebensaltern und ihre Beziehungen zueinander.










Lebenskreislauf - ein ganz alltägliches Thema, was auch das Nachlassen der Kräfte, Krankheit und Tod nicht ausspart.
Man spürte förmlich das große Interesse der Besucher und die Anziehungskraft der Figuren, der Park hatte etwas magisches.



    Blick in den unteren Teil des Gartens, der zuerst angelegt wurde.



Brunnen mit 20 Gruppen aus Bronze, wiederum geht es um nichts geringeres als den Zyklus des Lebens.



Auf der Brücke im zuerst fertiggestellten Teil des Parkes (etwa 1940) stehen auf Sockeln 58 Bronzeskulpturen in verschiedenen Lebensaltern, Konstellationen zwischen Geschlechtern, Alt und Jung.






Ein "Kreislauf" - sich in Grenzen bewegen, Grenzen überschreiten, ausbrechen.




        Pure Lebensfreude, Kraft oder Macht?








     Meinem Sohn und mir hat der Park sehr gefallen.
     Und damit es nicht zuviel wird, setze ich den Tag in Oslo in einem neuen Post fort.

     Einen schönen Tag wünsche ich Euch!
   




Sonntag, 21. August 2016

Schiff ahoi! - Oslo #1

Endlich Sommerurlaub.

Nachdem das Mathe-Monster besiegt und die liegengebliebene Arbeit erledigt war, dachten wir uns: mal was anderes sehen, das wäre toll.

Möglichst mit frischer Seeluft, um sich abgelagerte Denk-Schlacken aus dem Hirn pusten zu lassen und aufzuatmen.

Im Kieler Hafen liegen viele Schiffe:




Die Stenaline fährt nach Göteborg/Schweden.




"Mein Schiff 5" legt abends ab ins Baltikum.



Die ColorLine geht nach Oslo/Norwegen.

Ja! Da waren wir noch nie, klingt interessant und luftig.

Die 20 -stündige Überfahrt und weiteres hatten wir von zu Hause aus gebucht. Unter anderem eine  Kabine mit Blick aufs Meer:



Von der Größe her völlig ausreichend, mit Badezimmer und TV inclusive Bordprogramm.
Über dieses kann man u.a. per Navigation nachverfolgen, wo man sich gerade befindet... ob das Land rechts oder links gerade Dänemark, Schweden oder Norwegen ist.

Seht mal, welch grandiosen Ausblick man aus dem Fenster auf Kiel hat:




Möchtet ihr mitkommen?


Punkt 14 Uhr legt die Color Magic ab. Wir machen einen Rundgang durchs Schiff, das im Inneren einem Boulevard gleicht. Es gibt zollfreien Einkauf,  verschiedene Restaurants und Geschäfte.
Dieser erste Eindruck überrascht uns:




    Ein Casino,  eine Showbühne,  Schwimmbad...







    Das Restaurant "Oceanic" mit grandiosem Panoramafenster:







    Himmel und Meer zeigen sich von ihrer Schokoladenseite.




Das Sonnendeck zeigt sich überfüllt. Es gibt aber auch auf anderen Etagen noch Möglichkeiten, das Meer zu genießen, Schiffe und Segler zu gucken.




Ein zufälliger Blick aus dem Fenster (es ist jetzt zu spät, um noch rechtzeitig aufs Deck zu gelangen):




Eine Brücke mitten im Meer. Wie ich später nachlese: es ist die Große Belt Brücke, eine Verbindung zwischen Seeland und Fünen (Dänemark). Praktisch zwei Brücken, die  mittig mit einem Tunnel unter dem Meer verbunden sind.



    Okay, die Fenster könnte man mal wieder putzen... nicht alle haben soviel Glück mit dem Wetter.




    Passt die Fähre durch?



    Ja!



Nicht lang, und die Sonne geht  unter. Ein Sonnenuntergang auf See wie aus dem Bilderbuch.













                Herangezoomt  meint man, am Himmel gäbe es mehr Wellen als auf dem Meer.





Wir haben super geschlafen, das Wasser ist ganz ruhig geblieben und es ist einfach herrlich, wenn man beim Aufwachen Aussicht aufs Meer hat. Auf Norwegen.

Fortsetzung folgt. Schönen Sonntag Euch allen!