Mittwoch, 21. März 2018

Frühlingspost 2018 Woche #1



Als ich das Motto der diesjährigen Frühlingspost gelesen habe (kurz vor meinem 1.Kaffee vor der Arbeit ;), kam mir der Gedanke, dass ich doch mal wieder eine kreative Herausforderung gebrauchen könnte. Walzendruck auf A3, gemeinsame Farbe "Sanfter Morgentau".




Ich habe jede Menge Ideen im Kopf, konkrete Vorstellungen, was ich gestalten will, ich kaufe Material ein, Papier im Farbton "Sanfter Morgentau", neben Farbwalzen habe ich auch ungewöhnliche "Walzen", wie eine Teigrolle oder eine Riesen-Smoothieflasche und Trägermaterial wie Moosgummi, Stempelgummi oder Schwammtücher zum Putzen.



Nach einigen Versuchen entscheide ich mich für Moosgummi.
A3 ist ganz schön groß. Ich drucke mit verschiedenen Walzen. Den Anfang macht die Teigrolle, die ich mit Moosgummipunkten (doppelseitiges Klebeband hält gut) beklebe.
Ich bestreiche die Punkte mit einem weißgoldenen Acrylgemisch und walze quer .







Der erste Knackpunkt ist: wenn die Walze nicht ausgewogen mit Punkten beklebt ist, dann liegt sie nicht richtig auf dem Papier auf und lässt sich nicht gut walzen. Acryl rutscht aus, wenn es zu großzügig aufgetragen ist, also nur noch ganz dünn.




Im 2.Schritt beklebe ich die Smoothieflasche mit Moosgummi-Blättern, die man ganz gut mit einer Schere ausschneiden kann.  Auch hier muss ich darauf achten, dass ich nicht zu großzügig Farbe auftrage. Die Flasche mit ihren recht großen Motiven funktioniert am besten. Ich walze 2 Bahnen
nebeneinander.




Dann folgt die Farbwalze mit den Kirschblüten. Auch da rutscht es schnell, es ist echt mühsam.
Es dauert, bis ein einigermaßen annehmbares Ergebnis entsteht.
Es hätte mehr Experimentierzeit gebraucht - meinem inneren Kritiker würde noch mehr einfallen, was ich anders, "besser" machen könnte. Anders habe ich gemacht, dass ich mich für andere Motive als ausgedacht entschieden habe, einfach der Machbarkeit wegen.





    Einen ersten Hauch von Frühling hat es. Ein impressionistischer Ausdruck vom Frühling.




Wenn mein innerer Kritiker anfängt, seinen Senf dazu zu geben , dann merke ich , wie ich Achtsamkeit verinnerlicht habe.
Das, was ich mir vorgestellt habe, ist Vergangenheit, wenn ich weiter experimentiere, gäbe es in der Zukunft etwas neues. Aber ich kann nur jetzt etwas gestalten, mit dem Material, das ich habe und mit den Erfahrungen, die ich gerade besitze. Mein Lieferdatum ist die erste Woche.




Ich kann mich mit niemandem vergleichen, denn ich habe meine eigenen Erfahrungen und Fähigkeiten, meine eigene Ansicht von der Umsetzung des Themas.  Es ist nicht immer leicht oder möglich, das "Unerwartete" anzunehmen. Ich entscheide mich dafür . Es ist das entstanden, was gerade entstehen konnte.




Ich beschrifte die Umschläge in frühlingsgrün, schnitze noch einen Stempel für den Umschlag und ab geht die Post.



Ich nehme an, dass die Post inzwischen überall angekommen ist. Ich freue mich jetzt auf Eure Post.
Irgendwie ist sie immer herausfordernd und spannend, die Postkunst...




Danke an Michaela und Tabea für die Ideen und die Energie, die sie immer wieder in diese Aktionen stecken!
Ich verlinke zu  post-kunst-werk.blogspot.de






Kommentare :

  1. Ich finde sie schön deine Drucke! Und toll, dass du verschiedene Motive gewählt hast. Den inneren Kritiker kenne ich; der ist blöd; vergleichen ist auch blöd; mache ich aber auch ständig. Es ist wie es ist. Und das ist gut!
    Liebe Grüße Andrea

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  2. Wie schön du deine Erfahrungen beschreibst, spiegelt sich in deinen zarten frischen Drucken wieder, alles so schön!
    Ich frage mich nur, warum hast du den Smoothie nicht vorher ausgetrunken? Mit Farbe an der Flasche ist es ja nicht mehr so lecker..
    Danke für dein schönes Papier! Liebe Grüße
    Michaela

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  3. Ich finde, Deine Drucke sind wir wunderbar gelungen. Die Farbkombinationen gefallen mir richtig gut! Den inneren Kritiker kenn ich auch. Bei den anderen schaut alles immer so viel schöner, kreativer, interessanter, .... aus. Ein bisschen Selbstkritik schadet ja eigentlich nicht, finde ich, nur wenn es too much wird, dann kann es auch hemmen.
    Wünsche dir eine gute Zeit, genieße die Frühlingspost! Liebe Grüße. Simone

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  4. Deine Farben mag ich, die Drucke sind frühlingsfrisch, sanft, licht. Der innere Kritiker kann ne fiese Nervensäge sein, ich war bei unserer Gruppe auch die erste und dachte irgendwann, gut jetzt, durch und verschicken. Mir gefallen Deine Drucke ganz wunderbar! Liebe Grüße, Eva Und nun dürfen wir die nächsten 9 Wochen geniessen! Ha!

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  5. Hallo Sabine,
    herzlichen Dank, dass du mir den Frühling ins Haus geschickt hast! Jetzt kannst du dich zurücklehnen und dir den Smoothie schmecken lassen...
    Liebe Grüße Carmen

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  6. Vielen Dank für deine Frühlingstart. Ich kann deinen Gefühle recht gut nachvollziehen, hinterher ist man immer um einen Paket schlauer, aber auch das ist der große Erfahrungsmehrwert dieser Aktionen.
    Die Smothieflasche hat ne tolle Größe dafür und auf die Idee gleich das Papier als die Pflichtfarbe zu nehmen, wäre ich gar nicht gekommen.
    VG karen

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  7. Wenn mein "innerer Kritiker" redet, dann ist das Werk nicht perfekt. Der Kritiker ist nicht doof, aber manchmal muss auch Schluss sein und die Post muss raus.
    Ähnlich ging es mir auch, aber die Zeit reichte nicht mehr, um noch einmal neu anzufangen und das Material reichte sowieso nicht.
    Du hast statt 1 zusätzlichen Farbe wie vorgegeben gleich 4 benutzt. Die weiß-pink Blümchen sind zwar hübsch, die lachs-farbigen Punkte und die grünen Blätter auch, aber alles zusammen hat dem inneren Kritiker eben nicht gefallen.

    Liebe Grüße und auf das wir bald mal schöne Frühlingsblumen da draußen zu sehen bekommen

    ela

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  8. Ach, das Werk muss auch nicht perfekt sein, was ist denn perfekt? Das ist gar nicht mein Anspruch. Dem inneren Kritiker hat vielleicht nicht gefallen, dass das, was im Kopf zurecht lag , nicht funktionierte und er sich halt umorientieren musste....

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