Sonntag, 23. Oktober 2016

Ich bin wieder da


Wangerooge zählt zu den schönsten Erinnerungen unserer Familie.
Seit unser jüngerer Sohn 2 Jahre alt war, sind wir hierher gekommen. In die Ferienwohnung einer sehr netten und zugewandten Familie, die ihren Gästen ein gemütliches Zuhause auf Zeit bietet.



Inzwischen bin ich nicht mehr verheiratet und der älteste Sohn hatte Klausuren zu schreiben.
Also nur zu zweit. Funktioniert das auf so familiär aufgeladenen Gebiet?

Wir waren zum Anfang beide traurig und erkannten das auch an. Schon bald richteten wir uns entsprechend ein und wir verreisen ja nicht zum ersten Mal zu zweit, mein jüngster Sohn und ich.
Das funktioniert gut. Diesmal war es von Anfang an erholsam, weil wir uns ja auskannten, wie in einem zweiten Zuhause.

Ankunftspunkt im Westen der Insel. Diesmal sind wir ungeplant erst bei Sonnenuntergang angekommen (siehe hier :herbsthimmel-uber-der-nordsee.)
 Die Sicht war auf der Hinfahrt so klar, dass einige auch auf der Fähre anwesenden Insulaner meinten, es noch nie so erlebt zu haben, dass man alle ostfriesischen Inseln sehen könne.

Wir sind immer sehr gespannt, welche Kleinigkeit sich im Inneren der Wohnung geändert hat und nach 4 Jahren "leider-nicht-hiergewesen" sind wir natürlich auch sehr neugierig, ob unsere geliebten Fixpunkte auf der Insel noch da sind und was es an Neuigkeiten gibt.

Mit dem Meer als allerersten Fixpunkt kann man nichts verkehrt machen, da liegt es, recht ruhig:







Ein anderer Punkt ist der Leuchtturm, der immer erklettert werden will und die herrliche Sicht belohnt dafür. Ausblick in Richtung Jugendherberge über die Salzwiesen mit ihren teilweise noch vorhandenen, wassergefüllten Einschlagskratern vom Ende des 2. Weltkrieges.




Blick Richtung Ort mit dem Café Pudding ganz oben in der Mitte. Wenn man um den "Pudding" (ein Café und Restaurant) herumgeht, dann duftet es nach frischen Crêpes
und es gibt immer noch das Zimt- und auch das Pflaumeneis! Diesen Duft kann ich wahrnehmen, auch von zu Hause aus, beim Drandenken.




Im Inneren des Leuchtturmes, in dem auch gern geheiratet wird.




Am nächsten Tag war es schon recht stürmisch. Ich finde, das gehört zu einem richtigen Herbst dazu.
Es gibt halt Ebbe, Flut, Sonne, Regen, Sturm, gute und schlechte Zeiten.








Ein Grund für`s Wiederkommen war auch der Wunsch des Sohnes, einmal wieder Geburtstag hier zu feiern.




Mit Geburtstagswetter und Wunschprogramm. Dünenspaziergang mit Erklettern der Aussichtsdüne, von der man einen 360 Grad Horizontblick hat. Essen im Lieblingsrestaurant...











Abstieg zum Strand, Möwen begrüssen...




Am Donnerstag war Abbaden. Neptun meinte, es reicht für dieses Jahr und die Menschen sollen  Seesterne, Krabben und Fische nun in Ruhe lassen. Mir war es zu kalt.
120 Menschen dachten anders und stürzten sich in die Fluten. Es sieht nicht so aus, wie die Zuschauer es fühlten, sondern fröhlich, voller Lebensfreude. Fein.




Nach und nach holten sich die mutigen, nassen und gut durchbluteten Menschen ihre Urkunde ab und stärkten sich mit Gebäck und Tee. Rum stand auch zur Verfügung....




Das reichlich vorhandene Publikum applaudierte.




Ich mochte am allerliebsten die Morgen am Meer. Kaffee zum Wachwerden, duftende Seelen kaufen (so heißen die Brötchen beim Lieblingsbäcker) und dann am Meer entlang laufen, die salzige Luft einatmen, Ruhe, sich den ganzen überflüssigen Gedankenmüll aus dem Hirn pusten lassen, sich den Geräuschen des Meeres hingeben, einfach nur "sein".
Dabei kann man prima runterfahren und ist gerüstet für einen erholsamen Tag.







      Seelen zum Milchkaffee. Ich liebe sie und da es ein wenig symbolhaft ist, liegen ein paar parat in meiner Vorratstruhe, vorübergehend eingefroren. Hat sich bewährt.




Das Meer gibt, das Meer nimmt. Deshalb gibt es immer wieder große Sandtransporte vom Osten in den Westen der Insel. Mein Lieblingsstrandaufgang im Westen der Insel war deshalb und weil die Deiche zur Wattseite hin befestigt wurden, gesperrt. Ein Stück weiter westlich wird die Insel sehr schmal, es ist nicht weit von den Salzwiesen am Watt bis zum offenen Meer.




Blick von der westlichen Aussichtsdüne in Richtung Strand




Einmal umdrehen und ein paar Schritte zurück: das Watt.




Lieblingsbeschäftigungen zwischendurch:




... und natürlich das "Kino mitten im Meer" , ein kleines Inselkino, das neben Kinder- und anderen angesagten Filmen auch Programm-Kino zeigt. Wir schauten den schönen und traurigen Film "The light between oceans", spielte passend auf einer einsamen Insel mit Leuchtturmwärter.




So ging die schöne Woche langsam zu Ende. Am letzten Morgen gehe ich wie immer an den Strand, heute mal noch anders, die Sonne versucht, durch den Nebel zu scheinen. Ganz anders schönes Strandbild.








Als wir mit der Inselbahn am Hafen ankamen, hat die Sonne den Nebel besiegt und ein herrlicher Tag beginnt. Die Überfahrt erleben wir an Deck.




Am Tag danach bleibt diese Fähre leider im Schlick stecken und die Menschen müssen lange warten,
bis sie wieder an Land kommen. Was hatten wir für ein Glück.




Und überhaupt, an vertrauten Orten, die man schon lange liebt, spürt man auf einmal den Unterschied, wie man sich beim letzten Mal in Ahnung des Ehe-Endes gefühlt hat, wie belastet und nach Fluchten suchend man war und wie frei und glücklich das Gefühl jetzt ist...  ich bin wieder da.






Verlinkt zu Denise Wochenglück und zum Samstagsplausch bei Karminrot




Kommentare :

  1. Das sind ganz wuunderschöne Fotos. Am liebsten möchte ich gleich meine Sachen packen!!
    LG susa

    AntwortenLöschen
  2. Wunderschöne Fotos! Das es tatsächlich diese Badewagen noch gibt - der auf dem Foto sieht ja herrlich aus...lädt zum Zeichnen ein. Ja, witzig, wir haben beide fast den gleichen Blogtitel gewählt. Und ich war ja auch am Meer...das allerdings sehr viel wilder und stürmischer war!

    AntwortenLöschen
  3. Ach, das sieht nach einem spannenden und erholsamem Meeres-Insel-Urlaub aus ;-). Immer wieder spannend, wie unterschiedlich sich Meer und Strand gebärden, nie ist es gleich... Lieben Gruß Ghislana

    AntwortenLöschen
  4. Welch wunderschöne Fotos einer Welt, die ich überhaupt nicht kenne ( war nur mal auf Helgoland ).-
    Und deine Gefühle von Anspannung & Befreiung im Zusammenhang mit deiner gescheiterten Ehe habe ich nochmal nachgefühlt... ( dabei ist das 39 Jahre her ).
    Eine gute Woche!
    Astrid

    AntwortenLöschen
  5. Vielen lieben Dank für eure schönen Kommentare, ich freu mich!

    AntwortenLöschen
  6. Meer, tut immer so gut! Seeluft schnuppern und Möwen schauen. Ach!
    Deine Bilder haben mir sehr gefallen und das du uns als deine Begleitung gewählt hast, finde ich auch sehr lieb.
    Ich wünsche dir noch eine schöne Woche,
    Andrea

    AntwortenLöschen
  7. Schööön, ein paar Bilder grad von dieser Insel zu sehen. Sie ist seit einiger Zeit auch einmal im Jahr meine Anlaufstelle zum Verwandtenbesuch und da kann ich Deine Sehnsucht sehr gut verstehen.
    Ahoi und eine schöne Zeit … mit Meer und auch ohne
    Anja

    AntwortenLöschen
  8. Ich freu mich dass Du wieder da bist und Dich frei und glücklich fühlst. Deine Bilder atmen Weite. Danke fürs uns mitnehmen auf Deine Inselgänge...kriege Fernweh, hier regents. Herzliche Grüße, Eva

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Sabine,
    wunderschön Deine Nordseebilder.
    Ich freue mich so für Dich, dass Du wieder da bist!
    herzlich Margot

    AntwortenLöschen