Dienstag, 6. September 2016

Oslo #4 - Nationalgalerie


Städtereisen sind für mich Abenteuer. 

Das war nicht unbedingt das, was wir gemacht haben, als ich noch verheiratet war und unsere Kinder kleiner waren. Ist ja klar. Da ging es fast ausschließlich in Richtung Ost- oder Nordsee, wenn es überhaupt möglich war, Urlaub zu machen. 

Dann kam während der Trennung eine Zeit des Rückzuges, der Unsicherheit.
Nun kommt sie aber wieder, die Lust am Entdecken. Und obwohl ich noch nicht soo lange allein mit den Jungs lebe, haben wir schon eine Menge interessante Sachen gesehen.

Unter anderem ist es uns jedesmal ein Bedürfnis, eine Kunstausstellung/Galerie anzuschauen.

In Oslo herrscht kein Mangel daran. Edvard Munch zum Beispiel hat hier ein "eigenes" Museum.




Edvard Munch "Der Schrei"

Wir wählten die Nationalgalerie.




Schon zu Beginn der Öffnungszeiten und eigentlich immer, wenn wir auf dem Weg zum Hotel vorbeikamen: lange Schlangen vor dem Museum.




Im Treppenhaus sieht man schon, dass wir hier in der Heimat mutiger Seefahrer, in Norwegen, sind.



Ganz ehrlich - ich habe nicht überall geschaut, wer das Bild gemalt hat, manches erkennt man so,
bei anderen Werken war ich schlicht von der Ausstrahlung oder vom Motiv fasziniert.




Im Eingangsbereich begegnet man den "Lehrmeistern" der norwegischen Malern aus der Dresdener Schule. Lucas Cranach (oben) ,  Jan van Kessel :




Knut Bade, "Szene aus der Akademie in Kopenhagen":



Ein paar französische Künstler sind vertreten:

Auguste Renoir, "Nach dem Bade" :




Besonders toll fand ich auch das Atelier, in dem jedermann die in der Mitte stehende Skulptur zeichnen durfte:




Claude Monet, "Frühling an der Seine" :




Und hier kommen die "typischen" Norweger, die meisten Werke wurden Ende der 1880er  Jahre bis 1905  geschaffen.
Erik Werenskiold, "September"




Halfdan Egedius, "Mari Clasen" :





Harald Sohlberg:  "Straßenansicht Roros"




Und auch von Sohlberg: "Winternacht in Rondane".    Magisch.













Ein typisch norwegisches Motiv, eine Fjordlandschaft im Frühling.




Und neben Sohlberg einer meiner Favoriten:

Jens Ferdinand Willumsen: "Nach dem Sturm" , 1905



Ich fand es im Nachhinein eine kluge Entscheidung, mich nicht nur auf Munch zu konzentrieren.

Die anderen norwegischen Maler haben mich sehr fasziniert mit ihrem Spiel mit dem Licht.
Helligkeit ist hier ein hohes Gut.
Im Sommer kein Problem in Norwegen, da bleibt es nicht lange dunkel.
Aber im Winter, da wird es kaum hell, manchmal nur 4 Stunden am Tag.







Kommentare :

  1. An eine solche Schlange am Eingang erinnere ich mich nicht. War halt Winter...
    LG
    Astrid

    AntwortenLöschen
  2. Wie schön, dass du uns so teilhaben lässt an eurer Reise und nun an diesem tollen Museumsbesuch. Ich besuche auch gern Museen und Galerien unterwegs am Wegesrand, manchmal konzentriere ich auch nur auf wenige Werke, weil mich die Fülle sonst erschlägt und ich das Gefühl habe nichts "richtig" zu sehen. Wenn einen dann was magisch anzieht wegen des Motivs oder der Farben oder Formen, ist das besonders schön. Lieben Gruß Ghislana

    AntwortenLöschen