Sonntag, 20. März 2016

Woche # 11 (Zwangs)Fasten schärft die Sinne


Ich bin gerade jeden Moment überrascht.
Über das, was ich wahrnehme, wie gut Stille tut, wie erholsam es ist, (eigene) Ansprüche abzustreifen.

Wie das kam?

Es kam einiges zusammen. Urlaub,  Zeit,  ein abgestürzter Computer, die Erkenntnis, dass ich in vielem was ich tue, zu hohe Ansprüche habe.

Ich höre gerne Radio, dann muss es aber WDR5 sein, ein äußerst interessanter Sender mit vielen Informationen, ich lese Bücher, die auch anspruchsvoll sein sollen oder mir zumindest einen Mehrwert, mich weiterbringen sollten. Das gleiche, wenn ich mal Fernsehen schaue...

Ich interessiere mich für ganz vieles und mein Hirn will Wissen. Manchmal wird das zuviel. Zuviel denken, schließlich will das ja alles verarbeitet werden...

Dazu kommt die Arbeit und das neue Feld der Single-Mama :  wie, hat sich die Düsseldorfer Tabelle geändert? Wieso weiß ich das nicht?
Woher soll ich wissen, dass ein über 18- jähriger Sohn im Haushalt mir meine Alleinerziehenden - Steuerklasse 2 durch eine fehlende Studienbescheinigung "kaputtmachen" kann, obwohl ich noch ein jüngeres Kind im Haushalt habe ??  Und ich werde noch nicht mal informiert darüber, sondern bemerke es nur durch Zufall ?
Gibt es eine App für Alleinerziehende, die mir alle wichtigen Neuerungen mitteilt?

Nicht zu sprechen von all den Fragen während der Trennungs- und Scheidungsphase...

Die Urlaubswoche entlastete das Hirn durch fehlende Arbeitsanforderungen,  fehlende Recherchemöglichkeiten,  Fehlanzeige Mails  (das Notebook war abgestürzt und 2 Wochen außer Betrieb) und durch die bewusste Entscheidung gegen hohe eigene Ansprüche.
Einfach da sein und leben.
 Stille...

Der Lohn waren wesentlich verbesserte Wahrnehmungsmöglichkeiten. Sehen, Hören, Fühlen...

Auf meinem Ausflug gestern zu meinem Lieblingswasserschloß Burg Vischering in Lüdinghausen wurde mir das besonders deutlich.



 Auch da war es still, ich war absichtlich um 9 Uhr schon da und auch nicht am Osterwochenende.




Ich hörte das laute Zwitschern der Vögel, Blässhühner, Silberreiher und Graugänse...
Fast konnte ich meinen, zu verstehen, wie sie sich um Brutplätze zankten...




Ich wollte ein Foto machen und dabei fiel mir auf, wie fein die Zweige, Früchte vom Herbst, und wie schön die Farben waren...






Wie ein Gemälde, was ich noch im Sinn hatte...








Losgeschwommen und angekommen auf der Schilfinsel... Graugänse




    Der Frühling sprießt unübersehbar ....







Und drinnen im Schloß, dessen Hauptburg noch immer restauriert wird,  eine zauberhafte Ausstellung :




Wasserschloss, Märchenbücher, Kinderbücher, wenn das mal nicht toll zusammenpasst.
Hier sind es IllustratorInnen aus Münster, die Ausschnitte aus ihrem Schaffen zeigen.



                                                          Ausstellung im Konzertsaal



Werke von Selda Marlin Soganci : Porträt mit Vögeln und eine Szene aus ihrem neuen, zauberhaften Wimmelbuch  "Eine kleine Welt"







    Cornelia Haas: Brillenfisch



Lenia Friedrich, eine junge Trickfilmerin

Sehr schön und inspirierend, für Leute mit oder ohne Kinder gibt es auch ein tolles Rahmenprogramm, manchmal finden Lesungen, Workshops und Aufführungen statt. Fein.
Dann mal wieder in die frische Luft hinaus und der Nase nach...



Hof der Vorburg mit dem hübschen Café "Reitstall" und dem Duft frischgebackenen Zwiebelbrotes aus dem Backhaus mit dem Holzofen:




Das durfte schon mal mit auf dem Weg nach Hause...

Fein, sich immer wieder die Sache mit der Achtsamkeit bewußt zu machen. "Rein zufällig" strahlte heute 3Sat in  den "Sternstunden der Philosophie" ein Gespräch mit dem Pionier der Achtsamkeit in der westlichen Welt, Jon Kabat-Zinn, aus. Wer es noch sehen möchte, hier entlang bitte.
In dieser Mediathek findet man noch mehr feine Sachen...  ein Gespräch mit Roger Willemsen aus dem letzten Jahr und auch eines mit Irvin Yalom, den ich ebenfalls sehr verehre.

Ich wünsche euch eine feine Woche!







Kommentare :

  1. Ach Sabine, das, was dir da passierte, kann ich so gut nachvollziehen. Ich bekomme nur momentan die Kurve nicht...
    Lustig, die Burg Vischering kenne ich nicht, aber sie ist mir ein Begriff, denn zu meiner allerersten Kölner Schule musste ich immer über die Vischeringstraße ( einer aus der Familie war im 19.Jhrdt. Erzbischof hier ). Ein Wasserschloss gab es auch in unmittelbarer Nähe... Aber nicht so prächtig wie "deines"! Wie dieser Besuch dein "Seelenfett" aufgepolstert hat - und das durch Fasten!
    Alles Gute für die nächste Zeit!
    Astrid

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  2. Manchmal muss man eben zu seinem Glück "gezwungen" werden. Und solche Erfahrungen zu machen, erinnern daran, was wirklich wichtig ist, oder wie man dahin kommt.... oder so.

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  3. die ausstellung vom wort zum bild * wunderschön * und mit deinem beitrag so gut vorgestellt dass man dort gerne gehen möchte um in der fantasie und stille sich genau wie du bereichern möchte *
    liebe grüsse !

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  4. Liebe Sabine,
    soviel interessante Sachen zeigst Du heute, die Burg Vischering scheint einen Ausflug wert zu sein.
    Ich habe derzeit weder Radio noch Fernsehen, auch keine Tagesezeitung.
    herzlich Margot

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  5. Wie so manchmal klingt das, was du schreibst so vertraut, Rückblende gewissermaßen in die Zeit, als ich Düsseldorfer Tabellen studierte und Schul- und Studienbescheinigungen hinterher war... Ja, da ist man ganz allein, muss alle Infos selber suchen. Loslassen übe ich auch wieder verstärkt - meine Festplatte mit allen Daten aus mehr als 10 Jahren ist hin, auch die Profis haben nichts mehr retten können. Nur ein Wasserschloss hab ich hier nicht, aber mein in diesen Frühlingsanfangszeiten noch so stiller Wald, See und Garten tun es auch... Jon Kabat-Zinn war der erste, mit dem ich in Angelegenheit der Achtsamkeit in Berührung kam, auch schon viele Jahre her, gern lese ich immer wieder bei ihm. Ich wünsche dir eine ruhige vorösterliche Zeit - Ghislana

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  6. Ohje, die Zettelwelt war und ist unberechenbar. Und auch ich immer auf Kriegsfuß mit ihr...
    Die Burg Vischering kenn ich gut, und das Brot von dort auch. Wir sind wohl fast Nachbarinnen...? Schöne Fastenbilder hast Du gemacht. Die Farben sind unglaublich.
    So viel Schönheit, so ein schlimmer Tag. Wieder.
    Lieben Lisagruß!

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  7. Hallo Sabine,

    wunderschön deine Bilder und du sprichst mir auch aus der Seele :-) Abschalten und die Ansprüche runterschrauben... - die Kurve kriegt man erst, wenn man gezwungen wird durch irgendetwas. Einfach nur DASEIN und raus in die Natur - habe ich demletzt auch gemacht mit meiner Kamera - da lag auch noch Schnee - es war wunderschön!
    Wichtig wäre, das immer wieder bewußt zu wiederholen, auch wenn man nicht "gezwungen" wird :-)
    Schöne Grüße und Ostertage!
    Marion

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  8. Diese moosbewachsenen Zweige, Stämme, Mauern sind eine Wohltat für's Auge. Ich freue mich schon auf's frische Frühlingsgrün. Diese Ausstellung ist spannend, ich mag Selma Soganci auch sehr, schaue mir gleich das neue Buch an! Lass es Dir gut gehen und liebe Grüße, von Annette

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  9. Ich wünsche dir alles Gute, viel Nerven und frohe Ostern!
    Freu mich, dich gefunden zu haben.
    Glg deine neue Followerin
    Kuni

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  10. Liebe Sabine,
    ist zwar schon lange her dein Post, allerdings finde ich gerade heraus wie gut unsere Blog Seiten zusammen passen: Stille und Achtsamkeit als Quellen der Regeneration.
    LG pipistrello

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    1. Liebe Petra, das freut mich sehr. Ich brauche Stille und Achtsamkeit für meine Balance, ganz bewußt suche ich sie. Alles Liebe!

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