Freitag, 18. September 2015

16 vom 16. oder: Frühstück bei Vincent


Wenn man altersmäßig neues Terrain betritt und jetzt plötzlich eine 5 an erster Stelle steht, dann kann man das ruhig auch auf neuem Terrain erleben.

Ich wollte schon immer gerne mal nach Amsterdam!




Ein sanfter, warmer Regen empfing mich.  Morgens muss man nicht so lange an Museen warten
und mit meiner Amsterdam-Card stand ich eh in der kürzeren Schlange:




Das Vincent-van-Gogh-Museum in Amsterdam ist toll und macht glücklich und nachdenklich und inspiriert, seine eigenen Sicht- und Ausdrucksweisen zu entwickeln. Da man nur an bestimmten Fotopunkten fotografieren darf, z.B. hier:




 ... habe ich mir neben dem Genuss, sie in echt zu sehen, die Farbstrukturen plastisch erkennen zu können und viele Informationen über den Audioguide hören zu können, Karten von meinen liebsten Bildern gekauft:



 Links oben : Mandelzweige (1890), r.o. Weizenfeld unter einem Gewitterhimmel (1890 im Sterbemonat gemalt), links unten : Das gelbe Haus (1888), r.u. Meerblick bei Saintes-Maries-de-la-Mer (1888)

Die Karte mit den "Sonnenblumen" konnte dem Original leider in keinster Weise das Wasser reichen.
Strahlend schön und eindrucksvoll.



 Museumsshop, käufliche Interpretationen der "Mandelblüten".



 Nebenan, im Konservatorium, ein "Himmel voller Geigen"...

Es regnet nicht mehr, Zeit für eine Rundfahrt durch die Grachten.
Phänomenal finde ich, dass hinter dem Bahnhof eine Fähre durch den Amsterdamer Hafen abfährt.
Kostenlos. In der Straßenbahn vorm Bahnhof wird bei Bedarf von Hand kassiert.
Die Grachtenrundfahrt beginnt im Hafenbecken, vorbei an NEMO, einem Technologie-Museum.



Weiter mit Blick auf das einzige schwimmende Asia-Restaurant in Amsterdam:




Malerische, alte Zugbrücken:



Das ist mein Lieblingsfoto:



Blick in eine schmale Gracht - durch viele Brücken hindurch.




Leider lag das Anne-Frank-Haus auf der anderen Seite, ich konnte leider kein Foto machen, der Anblick ist im Kopf, nicht fassen könnend, welche Geschichte sich hier um dieses Mädchen abgespielt hat.



Weiter in den Stadtbezirk  Jordaan, eine quirlige, freundliche Ecke Amsterdams.







Dann gehts zu Fuß weiter, Kaffee, Gebäck gibts an jeder Ecke....


Käse auch.... gegenüber auch Tulpenzwiebeln...

Irgendwann gehts zurück zum Bahnhof, der Regen breitet sich nun aus, für mich beginnt die Heimreise nach einem ausgefüllten, schönen Tag.
Toll war's. 





Freitag, 11. September 2015

"Ich spüre, wie ich vereise..."

     

Finstere Stunde

Ich spüre, wie ich vereise. 
Vom Alter, nicht vom Frost. 
Ich rede verlegen und leise. 
Mein Lachen ist brüchig von Rost. 
Ich kann nicht mehr in mir leben. 
Und aus mir kann ich nicht hinaus. 
Kein Sturm, kein Stern, kein Streben. 
Nur Finsternis, Stille das Haus.

 Eva Strittmatter 


Als ich nach meinem Urlaub mit meiner Patentante telefonierte, sagte sie mir, dass es aufgrund ihrer so anders klingenden Stimme, ihrer Mühe, zu sprechen, nicht nötig sei, ihr gute Besserung zu wünschen.   "Wünsch' mir lieber einen guten Abgang!" sagte sie.
Ich war sprachlos. 
Natürlich ist sie hoch in den Achtzigern, aber vor'm Urlaub war sie doch noch wie immer ?
Was sagt man in so einem Moment, wo ein Mensch spürt, dass er sich auf die Reise in die Ewigkeit macht? Gelähmt, wie man gerade ist ?
Ich konnte mich bedanken, für all das Gute, was sie mir in meinem Leben getan hat und ihr eine gute Reise wünschen und dass sie da gut aufgehoben sein möge ...
und ich konnte ihren letzten Worten an mich lauschen....

Vorgestern ist sie sanft eingeschlafen.

Komm gut an, Tante Irene. Möge jetzt alles so sein, wie du dir das immer vorgestellt hast.
Und grüß' meinen Bruder ...




Sonntag, 6. September 2015

Nun sind alle Sommerfrüchte geerntet - die Sommerpost 2015

Wieder einmal geht eine schöne Aktion zu Ende - die Sommer-mail-art 2015 ist Geschichte.
Susanne, vom Blog "nahtlust", bot diesmal die Bühne für alle Sommerfrüchte, zeichnete für die Organisation verantwortlich und hat ihre Sache wirklich toll gemacht!  Danke, Susanne!
Im Hintergrund die Erfinderinnen dieser schönen Tradition, Tabea und Michaela.

Ich war die letzte in meiner Gruppe. So nach und nach zogen meine Lieblingsfrüchte und die, die ich eigentlich auch gestalten wollte, an mir vorbei. Ich hätte sie ja trotzdem nehmen können, aber es gibt ja so viele leckere Früchtchen, so daß es leicht war, eine Alternative zu finden.



Zu meiner Sommerfrucht wurde  - tadaa:  die Heidelbeere erklärt!


Als ich Kind war, hatten wir drei Kultur-Heidelbeerbüsche im Garten. Die sind ja wesentlich höher und größer als die im Wald. Die Beeren sind auch um einiges größer und innen heller und man kann sie leichter pflücken. Die Erinnerung verleitete mich, in meine Lieblingsgärtnerei zu gehen und mir  so 'ne Pflanze zu kaufen (hatte ich letzten Herbst schon vor).




Und dann ging's los: welches Material verwende ich, welche Technik? Ausprobieren...
Das Material der Wahl wurde dann Acryl. Die Doppelkarten habe ich aus einem großen Bogen schön strukturiertem Karton geschnitten und mit  hellblauer Acrylfarbe grundiert.
Mit einem selbstgeschnitzten Radiergummi-Stempel kamen dann die Beeren ins Spiel. Die Blüten sind aufgemalt und die Ästchen auch. In einer Regenpause bin ich dann in den Garten gehuscht und habe mir 2 Blättchen von meiner neuen Heidelbeerpflanze geholt. Mit Acryl bestrichen konnte ich ruckzuck die Blätter aufdrucken....








                                       Ab die Post an die anderen Gruppenmitglieder....
                       Und hier haben wir die ganze Zusammenstellung unserer Gruppe.
                       Vielen herzlichen Dank an alle, das Ergebnis gefällt mir sehr gut!




Richtige, echte Papierpost im Briefkasten zu haben, die keine doofen Nachrichten,  Rechnungen usw. enthält, sondern liebevoll und künstlerisch gestaltet ist, das ist doch was feines und seltenes.


                                            Dankeschön!