Sonntag, 26. Oktober 2014

Herbstfreuden

Ich bin ein Gebirgskind, in einem deutschen Mittelgebirge aufgewachsen. Mein "Nest" lag auf über 500 m Höhe über NN.
Der Herbst, wie ich ihn jetzt seit über 20 Jahren erlebe, ist hier etwas ganz anderes, er zieht sich viel weiter in den Oktober oder gar November hinein.
Um diese Zeit hat mein Vater längst die Stauden abgeschnitten und umgegraben, "den Garten für den Winter fertiggemacht".
Ich weiß noch, als bei uns regelmäßig am 01.September das neue Schuljahr anfing, begann das Laub schon unter unseren Füßen zu rascheln... was für eine Freude war das immer!

Da ich aber den Herbst liebe, kann er gar nicht lange genug dauern.



Ich mag Ahorn. In diesem Jahr ist er gerade mal orange gefärbt. Nicht mehr lange, dann leuchtet er glutrot. Im Vordergrund ein Liebesperlenstrauch - Liebe kann man gar nicht genug haben... deshalb wächst der Strauch jedes Jahr kräftig.
Die Vögel fressen die Beeren später bis auf die letzte als Winterfutter. Für Menschen sollen sie nicht so gesund sein.


Stellt man die Zweige in die Vase, dann trocknen ganz schnell die Blätter ein... ich kombiniere sie am liebsten mit Herbstastern:


Mein Wasserstein bietet Platz für abgebrochene Blütchen...



... und Deko für eine andere Herbstfreude, die neue Klassik-CD "Timeless" von David Garrett.
Ich als Spät-Beginnerin im Geigenspiel brauche immer wieder so schöne Klangbeispiele zur Motivation.



Die CD mit Bonus - DVD über die Entstehung ist unbedingt hörenswert...



In diesem Jahr hatte ich Lust, meine Mauer-Kästen mit Kräutern usw. zu bepflanzen.
Die roten Blüten hier sind gerade erst aufgeblüht und gehören zum Ananas-Salbei, der jetzt über einen Meter hoch gewachsen ist!



Der Himmel ist aber auch sehenswert...







Ich wünsche euch auch einen schönen Herbst!






Sonntag, 19. Oktober 2014

12tel Blick im Oktober 2014

Vorgestern hatte  ich Frei-Tag, ohne Fisch, dafür mit Elefanten:



Das Laub um ihn herum fällt schon.




(Ist das vielleicht des Elefanten Ruhekissen, wenn wir nachts alle weg sind??)



Ihn hier mag ich heute besonders, so schön bemoost.



Eine Giraffe, die den Kopf inclusive Hals in den "Sand" steckt.




Die Allee,  lichter werdend.




Der Werse-Blick:




Bei Tabea verlinke ich mich. Habt alle einen schönen Sonntag, oder Montag, Dienstag, wann immer ihr auch lest bei mir!







Montag, 6. Oktober 2014

Herbst, fotografische Kunst und das Théâtre de la Toupine

Der Herbst ist einfach eine der schönsten Jahreszeiten. Vor allem, wenn es noch so warm und sonnig wie am vergangenen, langen Wochenende ist.
Es ist schon eine Tradition, dann einen Ausflug in den Maximilianpark nach Hamm zu machen.
Der Park ist praktisch eine ehemalige Gartenschau, die mit ihrem weithin sichtbaren gläsernen Elefanten (ein ehemaliger Förderturm) und ihren herrlichen Gärten, die von Piet Oudolf konzipiert wurden, glänzen kann.

Im Elefanten finden regelmäßig Kunstausstellungen statt. Diesmal:



Quelle

Olaf Schieche und Jenja Ospanov
verbildLICHT

"Er ist Fotograf, sie ist Malerin - die beste Kombination, um eine unkonventionelle Art der Kunst zu erschaffen. Die Lichtkunstfotografie ist die Symbiose aus Fotografie, Licht, Zeit und vor allem Kunst. Die Zeit wird für einige Minuten eingefroren, um ihr mit Licht neues Leben einzuhauchen. Der Schwerpunkt der beiden Künstler liegt auf verlassenen, meist auch sehr alten Orten. Sie setzen diese auf besondere Weise in Szene. Die Gebäude haben oft eine eigene Geschichte zu erzählen, die in den Bildern zum Ausdruck kommt. Alte Architektur und modernes Licht ergänzen sich gegenseitig und schaffen gemeinsam etwas vollkommen Neues."


Nach dem Kunstgenuss setzen wir unseren Spaziergang fort:





Die Kinderspielplätze brauchen wir nicht mehr aufsuchen und stattdessen gehen wir nun andere Wege im weitläufigen Park.


Traumwetter


Besuch:


Die bisherigen Bilder lassen eine ruhige, herbstliche Idylle vermuten, die es auch abseits gab...
neben dem Herbstmarkt mit seinem köstlichen Duft nach allerlei frischen Erzeugnissen und den nostalgischen Klängen dieses Karussells des "Théâtre de la Toupine", das ich euch nicht vorenthalten möchte:


Die Reitfiguren sind sehr skurril gefertigt aus Treibholz, Leder und Metall.


Es gibt da Pferde, Kühe, gefederte Raketen und gar Instrumente...




Auch die Eltern der kleinen Reiter sind gefordert. Wenn sie die "Kuh" melken, dann dreht sich das
Karussell und die Musik erklingt...


Feine Sache, so ein Herbstspaziergang...




Samstag, 4. Oktober 2014

Short stories # 9 Reiseträume

Als ich noch ein Kind war, schaute ich manchmal sehnsüchtig in das Fotoalbum meiner Eltern,
da gab es Fotos von einer Schiffsreise durch's Mittelmeer zu sehen, von Bonn, Berlin, Koblenz ...
Das werde ich wohl nie sehen können. Mangels Reisefreiheit, denn die Grenzen waren lediglich schwach in Richtung Osten geöffnet.

Meine Eltern waren zum Glück recht reisefreudig. In Kindertagen ging's öfter in Richtung
 Thüringen, Wälder, Talsperren... Lampionabende mit Glühwürmchen im Wald,
 Schwimmenlernen in Waldbädern und im damals eiskalten Freibadwasser ... und später
 jeden Sommer Urlaub auf Usedom.

Ich höre noch die Musik, die während der Reise im Radio lief .... "Movie-Star" von Harpo,
und die rauchige Stimme der alten Parkplatzeinweiserin in Trassenheide, rieche den Duft
der Anis-Egerlinge, die wir nach manchem Strandtag auf den Wiesen für unsere Vermieterin sammelten und auch den der Flundern, die sie uns als Dankeschön dafür abends gebraten hat.
Und ich fühle das weiche Fell der Katze, die es sich auf meinem Schoß schnurrend bequem
machte...

Von Usedom aus konnten wir bei Ahlbeck über die polnische Grenze gehen - damals waren
 auf den Märkten Anstecker von ABBA der Hit und Kettchen mit Rasierklingen...

Später führten uns Familienurlaube auch nach Ungarn an den Balaton. Das war ein Abenteuer -
vom umgetauschten Geld konnten wir ja kaum existieren, geschweige denn genießen. Ich wäre
 so gerne mal in eine "Csárda", ein traditionell ungarisches Restaurant, gegangen, so mit
 Kerzenlicht und Geigern. Ging nicht...
Wir kochten selbst, ganz ortsüblich mit Paprika und Tomaten, manchmal nach Anleitung unseres Vermieters. Die Rezepte brauche ich nicht aufschreiben, sie sind noch in meinem Kopf.
Trotzdem konnten wir eine ganz neue Welt kennenlernen.
Ich habe dort, an einem Kiosk, die erste "Brigitte" meines Lebens gekauft... Wahrscheinlich sammelten die Leute die ausgelesenen Zeitschriften und verkauften sie dann weiter...

Auf der Fahrt nach Ungarn kamen wir immer an einem Straßenschild vorbei: Wien 60 km.
Erst 1990 durften wir endlich dort abgebiegen, langersehnt und wunderschön, ein Tag in Wien,
auf dem Weg nach Budapest.

Budapest - ein Traum. Alte Thermalbäder, mitten in der Stadt...
Fischerbastei, Schloß, mit Blick auf das Parlament... gewohnt haben wir bei einer älteren Dame, direkt in den Terrassenhäusern am Burgberg, in der Nähe von Gyula Horn.

Meine Reisen mit 18, 19 und 20 mit einem Jugendreisebüro nach Georgien, Armenien, Aserbaidschan, in den Kaukasus und nach Moskau waren unerwartet eindrucksvoll und wunderschön. Gerne wäre ich später auch noch nach Aschchabad (Turkmenistan) und
 Duschanbe (Tadshikistan) gereist, aber dann wurde es im Osten ungemütlich und es tat
 mir weh, als ich im Fernsehen die Panzer in Georgien sah...


...hier, in Gagra, am Schwarzen Meer. Eine ungewöhnlich schöne Gegend.                                 Quelle

Nun standen uns auch andere Reisewege offen.

Meine erste große Reise in die andere Richtung führte mich nach Rom, Neapel und nach Capri.
 Egal wie kitschig der Ruf von Capri ist - ich würde jederzeit wieder fahren, es ist einfach wunderschön. Ich habe mich noch nicht satt gesehen. An Rom natürlich auch nicht.

Auf einer Jugendherbergsreise kam ich an den Bodensee, nach Österreich, in die Schweiz
 und nach Liechtenstein. Auch schön, aber sehr stressig (auf die Nächte in überfüllten Jugendherbergen bei Sommerhitze kann ich gut verzichten - grauenhaft).

Die letzte große Reise, bevor die Kinder kamen, führte uns nach Schottland. Eine selbstorganisierte Bed- and- Breakfast-Reise ... wir bereisten Schottland von Newcastle aus (Fähre von Hamburg)
bis hinauf zu den Orkneyinseln, die herrliche Westküste entlang ... die Insel Skye... wunderschön.

Mit den beiden Kindern sind wir dann eher an die Ost- und Nordsee gefahren.

Ich liebe das Meer, am meisten mag ich es mitten drin, auf einer Insel. Meeresrauschen, unendliche Weite,  Füße im Wasser,  Kopf frei pusten lassen, Sonne und Salz auf der Haut.
Mich zieht es förmlich an den Strand, raus an die Luft, ... viel mehr als zu Hause. Vorbei am
 Duft von frischen Crêpes und Zimteis .
Nord- und Ostsee geht also immer. Dauerauftrag Reisetraum.

Wo ich auch mal hinmöchte?
Bretagne.
Japan. Ein Traum, den ich schon sehr lange habe. Mal mangels Finanzen gescheitert, mal aus
 anderen Gründen, wie z.B. wegen der Katastrophen dort in letzter Zeit.
 Kann ja durchaus mal wahr werden.







Freitag, 3. Oktober 2014

12tel Blick ... kurz nach September

Spannend ist es jedes Mal, ob und wie sich innerhalb von 4 Wochen eine Ansicht desselben Objektes ändert. Das schöne Herbstwetter hat der Elefantenhaut gut getan. 




Allenfalls ein paar Blütchen sind abgefallen.




Kann man nix machen....




Herbstbeginn, noch so schön grün...




Und doch: das Licht ändert sich, irgendwie sieht man dem Bild auch die kühle Nacht-Feuchte an.




Mein Werse-Blick weitet sich wieder.